Wasserschloss Hackhausen
Chronik
1342
Thilmann von Hackhausen, Vogt zu Solingen, erwirbt ein Waldstück bei Monheim. Zum Amt Solingen gehören zu der Zeit: Solingen, Wald, Gräfrath, Sonnborn, Gruiten, Düssel, Schöller, Hilden, Haan.
1399
Herzog Wilhelm I von Berg (1360-1408) setzt Hackhausen mit Haus und Hof, Acker, Wald, Wasser, Weiden und Mühle als Pfand ein.
1411
Verfügt Gerhard von Berg über Hackhausen.
1485
Herzog Wilhelm IV von Jülich und Berg verkauft Hackhausen für 2000 oberländische Gulden an die Eheleute Johann und Billie von dem Bottlenberg. Ihr Wappen zeigt den zweifach gezinnten Balken, der ehemals – vor dem Löwen – zum bergischen Wappen gehörte. Zur Unterscheidung von einer anderen Linie fügt Johann von Bottlenberg seinen Namen zu: genannt Kessel. Er ist auch Lehnherr von Lüttringhausen bei Lennep. Hackhausen erwirbt er mit seiner zweiten Frau, die 500 Gulden in die Ehe bringt.
1528
Ihr Sohn Johann steht 1510 als Amtmann an der Spitze des Amtes Solingen. Er ist auch bergischer Oberjägermeister. Er investiert in Bauten und lässt sich die Errichtung einer Wassermühle zur bleibenden Nutzung vom Herzog genehmigen.
1539
Heiratet Johann in zweiter Ehe Mechthild von und zu Schöller. Das ist verzeichnet auf dem ältesten steinernen Dokument in Hackhausen, einem Grundstein, im Eingangsflur zu sehen. Mindestens von da an ist von einem schlossähnlichen Wohngebäude in Hackhausen auszugehen.
1704
Beginnt ein Jahrhundertstreit um das Hackhauser Mühlenrecht, bei dem sich einige Bauern aus der Umgebung vom Mühlenzwang befreien wollen.
1744
Friedrich Wilhelm Leopold Christian von Bottlenberg heiratet Anna Elisabeth Juliane Franziska von Syberg zu Aprath. Das fünfspeichige Rad aus ihrem Wappen erscheint nun neben dem zweifach gezinnten Balken im Bottlenbergschen Wappen. Das Wappen ist heute über dem Eisentor zum Garten angebracht.
1766
Fällt nach einer Erbauseinandersetzung Hackhausen an die Brüder Steffen Adolph und Carl Abraham von Bottlenberg, der eine Domherr zu Magdeburg, der andere zu Minden. Sie brechen das alte Gebäude mit zwei Türmen an der West- und Nordseite ab und errichten an seiner Stelle ein Rokokoschloss ohne Türme mit einer Zugbrücke zum Garten hin. Sie dokumentieren ihre Bauherrenschaft mit einer lateinischen Inschrift über dem Eingang.
1820
Hackhausen fällt durch testamentarische Verfügung an Julius Clamor Friedrich Wilhelm Carl von dem Bussche-Ippendorf, der Wappen und Namen des Vorbesitzers übernimmt.
1849
Der neue Eigentümer übergibt Hackhausen an einen Pächter und verkauft den Besitz.
1886 Wirtschaftsgebäude und Getreidemühle werden bei einem Brand zerstört.
1887
Das Schloss wird durch Brandstiftung ein Raub der Flammen. Erhalten bleibt ein einstöckiger Flachbau.
1893
In diesem Zustand erwirbt August von Recklinghausen aus Köln den Besitz.
1907
Das Schloss und ein Teil der Wirtschaftsgebäude werden nach Plänen des Architekten Paul Schultze-Naumburg wiederaufgebaut.
1983
Scheune, Stall und Verwalterhaus brennen, vermutlich durch Selbstentzündung des eingelagerten Heus, ab und werden in den folgenden Jahren durch die Erben von August von Recklinghausen wieder aufgebaut, nunmehr zur Nutzung als Wohn- und Geschäftsgebäude.